Kurztrip nach München

Übers Wochenende haben wir einen Kurztrip nach München gemacht. Eigentlich wollten wir einen längeren Kurztrip machen, woraus aufgrund des Wetters leider nur ein kurzes Wochenende in München wurde, was aber auch sehr schön war. 

Kurztrip nach München

Die Fahrt

Wir sind mit Flixbus gefahren, weil das einfach am günstigsten war und im Vergleich zur Bahn, fast genauso schnell. Wir haben pro Person rund 14 Euro bezahlt und waren knapp 4 Stunden unterwegs. Unter der Vielzahl an Abfahrten an einem einzigen Tag haben wir uns für die Abfahrt um 8:40 Uhr entschieden und waren um 12:30 Uhr dort. Einen Zwischenhalt haben wir in Stuttgart am Flughafen gehabt.

Der Fahrer war sehr gut gelaunt und witzig drauf. Die Sitze in diesem Bus waren sehr bequem und für die Beine war auch genug Platz. Normalerweise sind so Busse doch immer ziemlich eng. Das war hier aber gar nicht so. Dafür hat der Vordermann seine Rückenlehne bis zum Anschlag umgeklappt, sodass es wieder eng wurde. 😀 Shit Happens.

 

Unsere Ankunft

Angekommen um 12:30 Uhr machten wir uns direkt auf den Weg in Richtung Campingplatz. Dieser war erreichbar, über die wenige Meter entfernte Haltestelle, an der die Tram 17 zum botanischen Garten fuhr. Die Fahrkarte erhielten wir am Fahrkartenautomat der Haltestelle. Eine Drei-Tage-Karte (ca. 30 Euro) haben wir uns geholt um so flexibel wie möglich zu sein. Am Botanischen Garten ausgestiegen, waren es noch einige wenige Schritte bis zum Ziel. Das Navi haben wir dafür nicht gebraucht, denn es war ausgeschildert.

 

Die Unterkunft

Unser Kurztrip nach München führte uns zur Unterkunft „The Tent“. Diese hatten wir zuvor übers Internet gebucht. Angekommen, direkt eingecheckt, mussten nichts ausfüllen und nur Pfand (Führerschein, Ausweis…) und das Geld für die zwei Nächte abgeben. Zu Zweit mit einem eigenen Zelt zahlten wir 18 Euro pro Nacht.

Du hast dort verschiedene Möglichkeiten zu Nächtigen. Zum Einen kannst du dir einen Schlafplatz im Großraum- Zelt auf dem Boden, mit vielen anderen buchen (8 Euro pro Nacht). Zum Anderen kannst du auch in einem richtigen Bett schlafen, ebenso im Großraum- Zelt mit vielen anderen (12 Euro pro Nacht). Oder aber du hast ein eigenes Zelt und nimmst das mit, dann hast du deine Ruhe vor den schnarchenden Nachbarn im ein Meter entfernten Bett. 😀  Dann bezahlst du 12 Euro pro Nacht. (6 Euro fürs Zelt und 6 Euro für dich).

Das Gelände ist sehr schön angelegt. Eine sehr große Rasenfläche für die mitgebrachten Zelte, dann die großen Schlafzelte, die Rezeption, Küche, Bäder, Waschräume usw. waren schön angelegt. Die dort arbeitenden Menschen waren alle sehr nett. Ein schattiges Plätzchen haben wir für unser Zelt dann auch gefunden. War ja auch noch nicht viel los.

Abends wird ein Lagerfeuer gemacht. Die Besucher sitzen dort zusammen und unterhalten sich. Eine wirklich schöne Atmosphäre, die wir leider nicht miterleben konnten, da es in der einzigen Nacht in der wir dort waren, gewittert, gestürmt und geschüttet hat wie blöd. Da wurde das zum ersten Mal aufgestellte Zelt gleich mal richtig getestet.

 

Unsere Unternehmungen

Am Samstag:

Auf unserem Kurztrip nach München sind wir wirklich sehr viel gelaufen. Der Schrittzähler sprang auf über 13.000 Schritte. Ist das nun viel oder wenig?! Keine Ahnung – Davids Beine meinten „sehr viel“.

Innenstadt Münchens

Wir waren nach dem Aufbau des Zeltes zuerst in der Innenstadt Münchens. Ein paar Läden der Einkaufsstraße zwischen dem Karlsplatz und Marienplatz haben wir uns angesehen. Wirklich sehenswert waren diese ja nicht. Im Prinzip genauso wie Karlsruhe, nur definitiv fünfmal so voll! Dafür, dass es uns in dieser Menschenmasse überhaupt nicht gefallen hat, waren wir viel zu lange dort.

Naturschauspiel an diesem Abend

Unser Freund, den wir in München besucht haben, holte uns am Marienplatz ab und fuhr mit uns in den Englischen Garten. Normalerweise, sagte er, sei dieser Garten immer mega voll, was zu unserem Glück an diesem Tag nicht so war. So haben wir einen kleinen Rundgang gemacht. Raus aus dem Park, an der Universität vorbei, zur U-Bahn und zum Rewe und Edeka um einzukaufen, sind wir zu ihm zum Grillen. Das war ein schöner Abschluss des Tages.

Leider hat es auf dem Weg zum Zeltplatz angefangen zu schütten und donnern und blitzen wie verrückt. Wir stellten uns lieber noch eine Weile unters Dach, bevor wir in unser Zelt gingen. Um das Zelt zu testen, sind wir auf einen Campingplatz und nicht ins Hotel. Dass es nun aber auf so eine Art und Weise den Test erlebt, hätten wir nicht gedacht. Eigentlich aber doch die Beste Form des Testens. Es hat standgehalten! Puuuuhhh…^^ Glück gehabt. Eine halbe Stunde ging ins Land und wir verkrochen uns bei leichtem Regen ins Zelt.

Am Sonntag:

Aufgestanden nach einer fast schlaflosen Nacht sind wir erst Mal frühstücken gegangen. Uns war klar, das werden wir nicht noch eine weitere Nacht so machen. Das Zelt ist für zwei Personen ausgelegt, aber leider doch viel zu eng. Es gibt keine Möglichkeit seinen Rucksack sicher und ohne dass er stört, zu platzieren. Also packten wir unsere Sachen und buchten unser Ticket zur Weiterreise einfach um. Ursprünglich sollte es noch nach Friedrichshafen zum Bodensee gehen (Flixbus 9,90 Euro pro Person). Also, Ticket gegen Gutschein storniert (1 Euro pro Person) und neues Ticket zurück nach Karlsruhe gebucht (12,40 Euro pro Person).

Schloss Nymphenburg

An diesem Tag fuhren wir etwas unterkühlt in Richtung Hauptbahnhof.

Kurtrip nach München Schloss Nymphenburg
Schloss Nymphenburg München

Schon am Samstag sind wir einige Male an einem Schloss vorbei gefahren und fanden den angelegten Fluss so klasse, dass wir dieses Mal an der Haltestelle ausgestiegen und hingelaufen sind. Das Schloss heißt Schloss Nymphenburg. Es ist ein riesen Gelände mit wahnsinnig großem Park vor unter hinter dem Haupthaus und vielen weiteren Gebäuden. Dafür hätte man sicher mehrere Stunden gebraucht um sich alles genauer anzusehen. Wir sind zum Haupthaus gelaufen und wieder zurück zur Haltestelle.

Auf dem Weg zurück sprachen wir über dieses gigantische Bauwerk, welches ja exakt symmetrisch erbaut wurde. Vanessa meinte dann: „Du musst dir mal überlegen wie die früher gebaut haben. Was für Mittel die zum Bauen hatten. Gigantische Bauwerke entstanden auch ohne die Mittel die wir heute haben. Und was ist heute?! Nun haben wir unglaublich viele Mittel und es wird abartig viel gepfuscht.“

Traurig…

 

Warten und aufwärmen am Hauptbahnhof 

Als wir am Hauptbahnhof ankamen, suchten wir uns ein Café. „Ne heiße Schoki mit Sahne und nen Cappuccino bitte.“ Lecker wars. Dann sind wir einfach so ne runde mit der Straßenbahn durch München gefahren und mit der U-Bahn wieder zurück zum Hauptbahnhof um uns wieder mit unserem Freund zu treffen.

Das KZ in Dachau

Unser Kurztrip nach München führte uns auch ins KZ nach Dachau. Am Eingang der Schriftzug im Tor „Arbeit macht frei“.

Zu Beginn haben wir uns die Bunkerzellen der KZ angesehen. Die Geschichten der Gefangenen zu lesen, war wirklich eindrücklich. Dazu die Zellen zu sehen und in etwa nachzuempfinden wie es ihnen erging, brachte uns zum schweigen.

Im Museum sahen wir Bilder, die Gefangene gemalt hatten, welche sie als Kunst für etwas eintauschen konnten. Wirklich fasziniert hat uns, wie detailreich und auch fantasievoll die Bilder gezeichnet wurden. Das waren nicht nur Farbkleckse, unter denen man sich irgendetwas einbilden soll zu sehen, nein, es waren die Geschichten der Gefangenen. Es waren Bilder zu dem, was den Menschen zu der Zeit wiederfahren ist. Ziemlich deutlich gemalt und ohne Einbildungen erkennbar, wie schlecht es ihnen ging.

Wer etwas Zeit mitbringt, kann sich die Geschichte über das KZ in Dachau genauer durchlesen. An vielen Tafeln quer im Raum verteilt gibt es einiges zu lesen. Manches haben wir lesen können, aber nicht alles. Wir wollten schließlich noch andere Dinge sehen und hatten dummerweise nur wenig Zeit mitgebracht.

Neben dem Bunker und anderen Gebäuden standen ursprünglich 34 Baracken auf dem Gelände, in denen insgesamt 6000 Gefangene unterkommen sollten. Am Tag der Befreiung waren es 30.000 Gefangene! Einfach unvorstellbar.

Ebenso unvorstellbar war das Krematorium und das sogenannte „Brausebad“. Dieses Gefühl, wenn man da drin steht… Diese Ruhe, trotz der vielen Besucher.

Sprachlos…

… das waren viele noch auf dem Weg bis zum Bus. Nach wenigen Minuten war es für die Meisten vergessen und es wurde wieder laut. Heute ist es eben eine berühmte Touri- Attraktion, bei der die wenigsten noch eine Verbindung zur Geschichte haben. Etwas krass fanden wir noch das Wohngebiet, welches direkt an den Hinterhof des Bunkers angeschlossen und durch die Mauern des KZ getrennt lag.

Die Rückfahrt

Nach dem Besuch im KZ sind wir im Hans im Glück essen gegangen. Sehr ausgefallene Burger mit Beilage und einem Cocktail gab es im Menü für rund 16 Euro. Lecker war es noch dazu. Und Hunger hatten wir nach dem langen Tag natürlich auch. Auf dem Weg zum ZOB sahen wir uns noch den Königsplatz an. Diese Bauwerke… auch wieder – einfach faszinierend.

Am ZOB ging es mit 15 Minuten Verspätung los nach Karlsruhe. Ein Stop in Augsburg, Ulm und Stuttgart, dann waren wir wieder Zuhause und unser Kurztrip nach München somit beendet.


 

Es hat sich definitiv gelohnt. Wir haben herausgefunden dass uns das Zelt nicht ausreicht und haben es schon in das nächst größere umgetauscht. Von der Stadt haben wir auch so einiges gesehen und festgestellt, es wirkt sauberer als Karlsruhe. Vielleicht träumten wir auch nur davon. Wir haben aber längst nicht so viele Baustellen wie in Karlsruhe gesehen. (Dafür auf dem gesamten Weg ab Stuttgart, direkt neben der Autobahn! S21-Tunnel).

Wir würden jederzeit wieder einen Kurztrip nach München unternehmen, weil wir Freunde dort haben und es sicher noch das Ein oder Andere zu sehen gibt.

Warst du schon in München? Was hättest du uns noch empfohlen anzusehen?

 

Lieben Gruß

David und Vanessa

 

2 Replies to “Kurztrip nach München

    1. Aber sicher 😀 Als Fußballs Fans wie wir es sind, werden wir uns die Arena vielleicht irgendwann mal ansehen – von außen oder so 😛 Das Spielzeugmuseum hätte tatsächlich interessant sein können. Guter Tipp fürs nächste Mal. Danke 🙂

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