Trampen nach Milford Sound – unser erster Versuch

Leider sind wir etwas frustriert von den Preisen in Neuseeland und versuchten möglichst viel zu erleben zu günstigem Preis.. Was leider nicht immer möglich war. Und so haben wir etwas versucht, das wir uns zuvor nicht trauten. Wir standen an der Straße. Und hoben unsere Daumen. Wollten Trampen nach Milford Sound.

Unser erster Tramping Versuch

Da standen wir nun in der Hoffnung uns nimmt tatsächlich einer mit. Wir sahen die vielen Reisebusse die ihre Touren dorthin für wahnsinnig viel Geld machten, was Wir einfach nicht eingesehen haben. Nebenbei bemerkt, so eine Tour geht ab Te Anau 3 Std. bis Milford Sound um dort eine Fährfahrt für 1,5 Std. zu erleben, eine halbe Stunde Pause zu haben und direkt im Anschluss wieder 3 Std. zurück zu fahren. NEIN! Nicht mit uns!

Also sahen wir den Bussen fröhlich zu, wie sie an uns vorbeifuhren mit dem Ziel, auf jeden Fall deutlich länger dort zu sein als all diese Menschen in den Bussen!

Es ist das erste Mal dass wir es versuchten! Warum das erste Mal? Aus Angst haben wir es zuvor nicht probieren wollen. Ebenso haben wir in Deutschland auch nie jemanden mitgenommen. Es ist ein komisches Gefühl und du musst Vertrauen dass alles gut läuft. Vertrauen, dass die Person keine bösartigen Absichten hat, Vertrauen, dass du heil an dein Ziel kommst, Vertrauen, dass man sich irgendwie verständigen kann…

Daumen hoch! Trampen nach Milford Sound

Wie lange dauert es wohl? Und wer wird wohl anhalten? Hält überhaupt einer an? Komm, lass uns ein Video machen und es festhalten, was wir gerade erleben… Wer wird wohl anhalten?

Dann war es soweit

Lange Rede kurzer Sinn… Fünf Minuten!!! Ungelogen! Nach fünf Minuten (der vierte PKW) hielt einer an! Besser gesagt eine. Eine nette Frau, die gerade auf dem Weg zu ihrer Arbeit war und uns ein Stück mitnahm. Über die Hälfte des Weges sogar. Dann hatten wir eine kleine Umsteigezeit. Diese nutzten wir in dieser schönen Landschaft um ein paar Fotos zu schießen. Dabei lernten wir zwei Deutsche Männer kennen, welche gerade an diesem Ort gehalten haben um auch Fotos zu machen. Auch diese Unterhaltung war sehr nett und wir erzählten ihnen von unserem ersten Erlebnis vom Trampen nach Milford Sound. Ihr Ziel war leider ein Anderes an diesem Tag, so konnte sie uns nicht mitnehmen. Also gingen wir zurück zur Straße.

Zurück an der Straße

Da standen wir schon wieder. In etwa die Gleichen Gedanken wir zuvor und immer noch davon überzeugt viel Zeit am Milford Sound zu haben. Wieder ist ein Reisebus nach dem Anderen an uns vorbei gedüst. Es hat dieses Mal länger gedauert als beim ersten Versuch, aber trotzdem ziemlich schnell!

Ein deutsches Pärchen nahm uns mit bis zum Ziel. Wir erzählten ihnen dass wir kein Auto haben und wir es einfach nicht einsehen, so viel Geld für einen zwei Stunden Aufenthalt bei diesem schönen Ort auszugeben. Also trampen nach Milford Sound! Sie fanden es klasse und haben sich bei ihrem Autokauf damals versprochen, Leute mitzunehmen, wenn ihnen jemand über den Weg läuft. So hatten wir unseren schönen Platz im gemütlichen Auto, konnten zwischendurch auch anhalten und ein wenig herumlaufen und uns sogar mit den beiden auf Deutsch unterhalten. Wie kann es denn besser kommen?

Am Ziel angekommen

Nach 118 Kilometer und etwa 2,5 Stunden unterwegs sein, mit einem Zwischenstop sind wir tatsächlich dort angekommen, wo wir wollten. Und das sogar recht früh. Wir hatten also viel Zeit um diesen Ort zu genießen. Aber wir haben ja auch schon die Fahrt genossen. 🙂

Es hat geregnet. Und wir tranken erst einmal eine heiße Schokolade. Dann sahen wir, wie sich die Wolken verziehen und gingen hinaus. Wir liefen einen Weg entlang und dann über Steine bis vor an die Wasserfront. Der Blick auf die aus dem Meer herausragenden Berge links und rechts, sowie vorne und hinten… rundherum, manche mit Schnee, andere noch von Wolken bedeckt, die Wasserfälle, das Meer… Einfach wahnsinnig schön. Märchenhaft! Man muss es einfach selbst gesehen haben.

 

Die erneute Begegnung

Wir kamen kaum vom Fleck, weil es einfach so schön war, dort wo wir standen. Von weitem sahen wir, wie jemand auf uns zukam. Es hat nicht lange gedauert, da haben wir ihn erkannt. Es war einer der Männer, die wir bei unserem Zwischenstop kennenlernten. Sie hatten sich kurzfristig umentschieden, da es dort wo sie eigentlich hin wollten sehr stark regnete. Wir hatten das Gefühl, ihm tat das Gespräch mit uns ganz gut und uns hat es irgendwie auch gefallen. So standen wir da zu dritt und sprachen und genossen dabei diese Aussicht. Wir verbrachten die meiste Zeit an fast demselben Ort.

Später kam der andere Mann dazu und wir unterhielten uns weiter. Er schießt auch sehr gerne Fotos und hat viel Ahnung von Kamera Einstellungen. So hatte Vanessa einen guten Gesprächspartner für einige Zeit. Später versuchten wir noch, näher an einen Wasserfall zu kommen, was aber leider nicht möglich war. Und schon war es 18 Uhr… Wo war die Zeit nur geblieben?!

Die Rückfahrt

Die beiden Männer boten uns an, dieses Mal mit ihnen zurück zu fahren. Das Angebot nahmen wir natürlich sofort an. Auch auf diesem Weg hielten wir an manchen Stellen an und konnten noch einmal Blicke auf Wasserfälle und die Berge genießen. Die Sonne stand schon recht weit unten und bot einen super Blick. Das Problem war nur, dass sie nicht ganz bis zu unserem Ziel fuhren. Es wären noch 15 Kilometer zu unserem Campingplatz gewesen.

Das Glück verfolgte uns

An einem unserer Fotostops sahen wir noch andere Leute, die gerade ausstiegen. Wir fühlten uns frei, sie anzusprechen ob sie bis nach Te Anau fahren. Und wie es das Glück so wollte… Ja sie fuhren nach Te Anau und sie boten uns direkt an uns auch mitzunehmen. Das ist doch einfach der Wahnsinn oder? Wir können es noch heute nicht richtig fassen, dass es tatsächlich geklappt hat. Dieses Mal waren es keine Deutschen, sondern Australier, die uns dann sogar noch Tips für Australien gaben. Wir hatten tolle Gespräche und wieder hielten wir ab und zu an und machten weitere Fotos.

Das i-Tüpfelchen

Die beiden haben uns doch tatsächlich direkt am Campingplatz herausgelassen und sich dabei erinnert, dass sie selbst schon einmal hier waren. Diese Freude beim Verabschieden war echt schön.

Und wie es der Zufall wollte, trafen wir die Frau am nächsten Tag im Second Hand Shop in Te Anau wieder. Wir unterhielten uns kurz über unsere Weiterreise und deren. Wieder hatten wir das Gleiche Ziel und sie fragte uns, ob wir schon wissen wie wir dorthin kommen. Aber dieses Mal hatten wir bereits ein Busticket gebucht.


Erfolgreicher Tag

Wir sind bereits wieder einige Städte weiter und können es erst langsam registrieren, dass dieser Trip, den wir uns einst nicht gewagt haben, tatsächlich so geklappt hat. Die Erfahrung war eine unser Besten während unserer Weltreise. So tolle nette Menschen haben wir kennengelernt, ihren Geschichten zugehört und unsere erzählt, mit ihnen diesen schönen Ort und jede Menge Freude geteilt.

P.S.: Ein weiteres ähnliches Erlebnis: In Auckland gaben wir unseren Mietwagen zurück und gingen danach einkaufen für die Weihnachtstage. Wir hatten unsere schweren Rucksäcke auf und die Einkäufe in der Hand. Da sprach uns doch tatsächlich eine Frau an und fragte uns ob sie uns irgendwo hin bringen kann, weil sie selbst oft in unserer Situation war und genau weiß wie es ist. Wir bekamen also das Angebot direkt vor die Haustür unseres Ziels gefahren zu werden… Einfach so… Kostenlos… Und das ist etwas, wofür wir noch mehr Zeit brauchten, um es fassen zu können, welch tolle Menschen es gibt.

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