DER Kulturschock in Indien

Srii Lanka und die Malediven sind zwar schon länger hin, aber Indien ist aktueller, deshalb starten wir hier mal durch. Am 27. März startete unsere Reise durch Indien. Vorgenommen haben wir uns gar nicht so viel. Wir wollten in die Berge und in die Wüste. Dabei ganz viele Menschen treffen und sie kennenlernen. Doch schon schnell kam es anders als gedacht.

Ankunft in Kolkata

Kolkata, Calcutta, Kalkutta … wie auch immer. Offiziell jetzt wohl Kolkata. Jedenfalls sind wir hier am internationalen Flughafen am 27.3. angekommen. Mit dem e-Visum in der Tasche liefen wir zum Immigrationschalter wo wir unseren Stempel bekommen sollten. Nachdem sie nun ein schönes Foto und all unsere Fingerabdrücke haben, schlug er den Pass auf und stempelte. Diese Leute können einfach nicht tun was man ihnen sagt… wünscht man sich, eine Seite in Reihenfolge zu nehmen, schlug er doch einfach irgendeine auf und ließ mehrere frei. Naja.

Wir hatten den Stempel und gingen zum Gepäck, was zum Glück tatsächlich wieder angekommen war. Bei Flügen mit langem Zwischenstopp weiß man ja nie. Jedenfalls war alles da und wir verließen das Gebäude. Erwartet haben wir ja viele viele Taxifahrer die uns hinterherschreien. Nicht ein einziger! Wir machten uns auf den Weg zu unserem zuvor gebuchten airbnb Nähe des Flughafens. Auf diesem Weg veränderte sich alles ziemlich schlagartig.

Der erste Spaziergang

Im Flughafengebäude welches gerade mal 3-4 Jahre alt ist, war alles ziemlich modern. Das ist ungefähr wie bei uns am Frankfurter Flughafen. Ok, aber mal abwarten. Wir gingen raus und sahen super coole Taxis und viele moderne Autos. Also alles noch recht „normal“ für uns. Dann gingen wir zur Bushaltestelle und auch dort sahen die Busse recht modern aus. Etwas kaputt von außen aber sonst ok. Die Straße hier war aber etwas vollgemüllt. Die Busse ließen wir hinter uns und gingen weiter. Der erste Mensch der und fahren wollte erwartete uns wenige Meter nach der Bushaltestelle. Er kämpfte um uns in sein Rikscha zu bekommen. Leider keine Chance. Er begleitete uns eine gute Weile, aber gab letztendlich auf. Wir kamen an die nächste Straße. Hier veränderte sich wieder etwas. Es lag überall Müll herum. Egal wo man hin sah – Müll. Nicht einzelne Papiere oder Plastikbecher nein, Berge! Es war keine Müllhalde nein, es war einfach so direkt neben der Straße oder auf der Straße… überall. Und man kann sich vorstellen wie das hier roch. Um den Flughafen herum waren keine Gebäude, nur Straßen und Baustellen für die neue U-Bahn. Alles insgesamt einfach schon sehr sehr dreckig.

Dann kamen wir in die Stadt

Durch ein drehtor und wir standen an einer stark befahrenen Straße. Die Autos, Motorräder, Fahrräder, Busse, Trucks und einfach alles, ALLES hupte wild vor sich hin. Ob es was bringt oder nicht, es wird gehupt ohne Ende. Links und rechts der Straße immer noch der ganze Müll, das hat sich den ganzen Weg nicht geändert. Wow was für eine Ankunft und was für ein Sprung in eine mir bisher sowas von unbekannte Welt. In Sri Lanka lag ja schon viel Müll oder Indonesien, aber Indien Übertrifft das noch mal deutlich. Leider… mit dem ganzen „Gehupe“ liefen wir die Straße entlang und versuchten unser airbnb zu finden. Die ganzen Leute dir wir trafen und uns scheinbar helfen wollten, waren eigentlich nur darauf bedacht uns nicht zu helfen sondern ihr eigenes Hotel anzubieten. Also baten wir einen Mensch in einem Geschäft unseren Gastgeber anzurufen. Der holte uns ab und schließlich waren wir dort. Erst mal schlafen.

Die nächsten drei Tage

… waren nicht so aufregend. Wir Verliesen die Unterkunft eigentlich nur um uns die Umgebung ein wenig anzusehen. Aber naja. Wir sahen so viel Geschäfte und Streetfood stände um die herum wieder so viel Müll herum lag. Auch begegneten wir einer Kuh, die sich Entwerfer gemütlich durch den Müll fraß oder den Gehweg entlang lief. Doch noch Vegetarier werden? Hmmm… aber wenn man bedenkt mit welchen Wasser oder wo (Zugemülltes Feld oder mitten im Smog) hier eine Frucht oder Gemüse wächst…. keine Ahnung, macht das ein Unterschied? Ich trank eine Cola und verschwand bald wieder im Zimmer unserer Unterkunft. Hier fühlte ich mich wohl. Es waren in der Zeit meine vier Wände, die mich vor dem Kulturschock schützten.

Aber da gab es auch ein paar gute Seiten

Unser airbnb Gastgeber war super nett. Wir unterhielten uns viel mit ihm und fanden heraus wie und wohin wir in Indien reisen wollen. Somit entstanden Ziele wie ein Waisenhaus in südlicher Richtung im Staat Orisha und das Ziel Berge in Sikkim, sowie einzelne Städte auf dem Weg Richtung Neu Delhi und zu guter letzt noch ein Abstecher in die Wüste. Es klang ganz gut, vorerst mal einen Plan entwickelt zu haben. Und dafür war unser Treffen mit einem ortskundigen doch wieder super.

Apropos ortskundig

Surajit, unser Gastgeber, bot uns eine kurze Stadtführung an, damit wir Kolkata auch mal gesehen haben und nicht nur in den vier Wänden saßen. Zuerst wollte ich ja nicht, aber ich hab mich überwinden können, einen Versuch zu starten gefallen an Indien zu finden. Wir warteten auf den Bus, fuhren eine Stunde in die Stadt und waren dann mitten drin im Geschehen. Es war laut, voller Menschen und wieder einmal überall ganz arg vermüllt und gerochen hat es auch nicht gut. Wir liefen eine Runde über den Markt und sahen wie stand für stand exakt das gleiche verkauft wurde. Es ergab einfach keinen Sinn für uns. Wenn sie wenigstens durcheinander wären, aber nein, die sind alle in Gebiete aufgeteilt. 10 Stände und mehr stehen hier nah beieinander und warten auf die Kunden die hier zahlreich dran vorbeilaufen. Es war voll. Aber ich bin ja groß und behielt den Überblick recht gut.

Nach dem Markt liefen wir zum Victoria Memorial, welches man hier in Kolkata ja schon gesehen haben soll, aber von außen reicht. Der Eintritt ist empfindlich teuer für Ausländer. Für einheimische selbstverständlich wieder deutlich günstiger.

Der letzte Punkt unserer Tour

…war ein künstlerisches Gelände mit Kino und Theater als auch Galerien und mehreren Skulpturen. Hier sitzen Menschen zusammen, machen es sich gemütlich, tauschen sich aus, holen sich Inspiration oder schauen sich einfach an, was es hier so gibt. Auch wir setzten uns hin und sprachen noch etwas. Dann kam ein älterer Mann zu uns und sprach uns an woher wir kommen und was wir machen. Eben die gleichen Fragen wie so oft. Er fand Vanessa wohl etwas interessanter und sprach zuletzt mit ihr. Er nahm sie mit ins Theater wo gerade kostenlos Aufführungen (Tänze) anzusehen waren. Nach eine Weile wollten wir natürlich wissen wo sie ist und suchten kurz. Die Tänze und musikalischen Stücke waren auch richtig schön anzusehen und so saßen wir uns auch einfach dazu. Die Rückfahrt war sehr interessant. Hätte ich damit gerechnet in Indien eine U-Bahn zu finden? Nö, niemals. Aber doch! Und wir sind damit zurück nach Hause gefahren.


Dies waren die ersten Tage in Indien, welche schon echt eindrücklich waren. Aber keine Sorge, da kommt noch viel mehr dazu. Dazu mehr im nächsten Beitrag. Wir ziehen zu Servas um und kommen mit vielen Leuten ins Gespräch.

Hinterlasse gerne ein paar deiner Gedanken hier unter diesem Beitrag. Wir würden uns freuen.

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